KfW Kredit

KfW Kredit

by KreditJoe
Lesedauer: 17 Minuten

Viele Menschen benötigen im Laufe ihres Lebens aus den unterschiedlichsten Gründen einen Kredit. Bei der großen Anzahl der entsprechenden Kreditanbieter ist es, gerade für unerfahrene Kreditnehmer, nicht leicht, den Überblick zu behalten.

Gerade die Tatsache, dass es in der Kreditbranche viele unseriöse Anbieter gibt, die ihre Kunden mit horrenden Zinsen und im Vertrag kleingedruckte und kaum erfüllbare Rückzahlungsmodalitäten schocken, hat der gesamten Kreditbranche geschadet und die Außenwirkung sämtlicher in diesem Bereich arbeitenden Unternehmen beschädigt.

Zu den seriösen und erfahrenen Anbietern von Krediten gehört sicher die Kfw. Diese Bank bietet stets faire und transparente Vertragskonditionen an. Zudem überzeugt der Kreditgeber mit einem hervorragenden Ruf und jahrzehntelanger Erfahrung am Markt.

Wer oder was ist die Kfw?

Bei der Kfw handelt es sich um eine Kreditbank mit Hauptsitz in Frankfurt am Main in Deutschland. Die Anstalt des öffentlichen Rechts wurde im November 1948 gegründet und beschäftigt aktuell rund 6.110 Mitarbeiter. Der Verwaltungsrat des Unternehmens wird von Peter Altmaier (Vorsitzender) und Günther Bräunig (Vorsitz) geleitet.

Allein in Betrachtung der jährlichen Bilanzsumme gehört die Kfw zu den drei erfolgreichsten Banken in ganz Deutschland. So konnte die Bank am 31.12.2015 eine Bilanzsumme von 509 Milliarden Euro verzeichnen. Die Kfw hat derzeit folgende Tochterunternehmen: die KfW IPEX-Bank, die DEG und die FuB. Neben ihrem Hauptsitz in Frankfurt am Main, an dem auch die Verwaltung der zur Kfw zugehörigen IPEX-Bank ist, hat die Kfw weitere Standorte im gesamten Bundesgebiet. So ist die Kfw mit weiteren Standorten in Berlin, Bonn und Köln vertreten. Auf Grund der internationalen Ausrichtung der Kfw und der damit einhergehenden internationalen Entwicklungshilfe, speziell im Rahmen der DEG und der IPEX-Bank, hat die Kfw zudem zahlreiche internationale, zum Teil jedoch nur temporäre, Sitze und Außenbüros.

Geschichte der Kfw-Bank

Das Kreditunternehmen Kfw wurde im Winter 1948 zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Das primäre Ziel der Gründung war, Deutschland für die Kosten des Wiederaufbaus mit Liquidität zu versorgen. Das Startkapital hierfür bezog die Bank in ihrer Anfangszeit im Rahmen des Marshallplans aus Mitteln des Europäischen Wiederaufbauprogramms. In den 1950-er Jahren war die Kreditbank, mit dem schon damaligen Sitz in Frankfurt am Main, besonders dafür bekannt, gerade mittelständische deutsche Unternehmen finanziell zu fördern. Anfang der 1960-er Jahre orientierte sich das Unternehmen erstmals international. Im Rahmen von Förderprogrammen für Schwellenländer wurde die Bank für die Zusammenarbeit und die Organisation des Finanzflusses zwischen Deutschland und den Entwicklungsländern vom Deutschen Staat beauftragt.

Schon im Jahr 1986 wurde die Kreditbank Kfw mit ihren hohen Bilanzsummen, die jährlich rund 30 Milliarden Euro betrugen, von diversen Ratingagenturen mit Bestnoten für die Bonität ausgezeichnet. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1989 erlangte die Kreditbank wieder ein verstärktes öffentliches Interesse, da auch während diese Zeit wieder staatliche Finanzierungsaufträge an die Bank vergeben wurden.

Ende des Jahres 2000 hat die Kfw die sogenannten „Kreditverbriefungsprogramme“ aufgelegt. Über diese Programme können Kreditbanken die Risiken aus Mittelstandskreditportfolien (Promise) und aus privaten Wohnungsbaudarlehen (Provide) in den Kapitalmarkt übertragen und dadurch ihr eigenes finanzielles Risiko signifikant senken.

Anfang 2007 wurde mit dem Inkrafttreten eines neuen Gesetzes zur Neustrukturierung der ERP-Wirtschaftsförderung das ERP-Sondervermögen, welches durch den Marshallplan aufgebaut werden konnte, zur Höhe von 4,65 Milliarden Euro Eigenkapital und 3,25 Milliarden Euro Nachrangkapital, in die Kfw transferiert. Das der Bank zur Verfügung gestellte Zusatzkapital war dabei ausschließlich für die ERP-Wirtschaftsförderung vorgesehen und durfte nicht für zweckferne Investitionen oder Ausgaben verwendet werden. Die Gewinne aus den bisherigen Anteilen des ERP-Sondervermögens dienen nach wie vor rein dem Substanzerhalt des ERP-Sondervermögens.

Mit der US-Immobilienkrise im Jahr 2007 fielen die Preise für Immobilien. Dies führte zu einer massiven Krise auf dem Hypothekenmarkt. Insbesondere die sich kurzfristig refinanzierenden Conduits waren stark angeschlagen. Am 30.07.2007 übernahm die Kfw als größter Einzelaktionär mit einer Beteiligung von 38 % an der IKB Deutsche Industriebank Finanzierungshilfen für die Conduits Rhineland Funding der IKB und sonstige Investmentinvestitionen. Das Investitionsvolumen im Falle der Rhineland Funding betrug 12,7 Millionen Euro. Außerdem übernahm die Kfw mögliche Verluste aus risikoreichen Posten der IKB-Bilanz von bis zu einer Milliarde Euro. Auf diese Weise konnte die Risikoentlastung der IKB auf dem deutschen Bankenmarkt gefestigt werden. Das Vorgehen der Kfw sorgte gerade in den Medien für heftige Kritik und hatte diverse Wechsel in den Führungs- und Managementpositionen des Unternehmens zur Folge. So übernahm Ulrich Schröder nach einem langen hin und her am 01.09.2008 die Position des Vorstandsvorsitzenden und konnte mit dem Antritt dieser Stelle direkt zu Beginn eine Verdopplung seines eigentlich vorgesehenen Gehalts durchsetzen. In den folgenden zwei Jahren musste das Kfw-Kreditinstitut massive finanzielle Verluste auf Grund der IKB-Investitionen verkraften. Erst ab 2010 schrieb das Unternehmen wieder „schwarze Zahlen“. In diesem Jahr lag der Konzerngewinn bei rund 2,6 Milliarden Euro.

Im Frühling 2012 versuchte die Kfw ihre Außenwirkung durch diverse Neuerungen zu verbessern, das Unternehmen wieder ins Gespräch zu bringen und Neukunden für sich zu gewinnen. Als Maßnahme hierfür wurde das Logo des Unternehmens neu gestaltet. Das neue Logo und das neue Corporate Design wurden von der Designagentur Metadesign entwickelt. Seit dem Sommer 2012 wird die Kfw von dem jungen Werbeunternehmen fisherAppelt betreffend der Logogestaltung, medienwirksamer Auftritte und medialer Konzepte beraten und betreut.

Obwohl die Kfw nach wie einen Sonderstatus als Förderbank innehat, traten mit einer Gesetzesänderung im Jahr 2013 wichtige Änderungen für das Unternehmen in Kraft. Der Kreditgeber unterliegt seit 2013 ausgewählten Normen des Kreditwesensgesetzes. Die Einhaltung dieser Normen wird durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kontinuierlich geprüft.

Der nationale Förderungsauftrag

Neben der Realisierung von öffentlichen Aufträgen gehört es zur Kernaufgabe der Kfw, den deutschen Mittelstand und Existenzgründer in Deutschland durch die Vergabe von Krediten zu fördern. Dabei werden Investitionskredite an kleine und mittelgroße Unternehmen zu fairen Konditionen vergeben. Auch vergibt die Kfw Kredite im Rahmen von Wohnungsbau und Infrastrukturverbesserungsmaßnahmen, der Förderung von Techniken, die für eine verbesserte Energieeffizienz sorgen und dem Ausbau der kommunalen Infrastruktur.

Auch das Thema Umwelt- und Klimaschutz wird durch Finanzierungsmaßnahmen konsequent durch die Kfw verfolgt und gefördert. Allein im Jahr 2012 stellte das Unternehmen rund 40 % seines gesamten Kreditvolumens für entsprechende Projekte bereit. Die Förderungssumme in den Umwelt- und Klimaschutz betrug dabei rund 29 Milliarden Euro.
Ein weiterer wichtiger Zweig der Kfw ist die Vergabe von Bildungskrediten, die in der Regel als Alternative für den Bezug von Bafög angeboten werden.

Als national-öffentliche Förderbank hat die Kfw, anders als andere Kreditgeber, einen Sonderstatus gemäß des Kreditwesensgesetzes. Im Gegensatz anderen Kreditgebern unterliegt die Kfw stets dem staatlichen Auftrag. Die Finanzierung von Projekten, Maßnahmen und Unternehmen, die dem deutschen Staat auf Dauer einen finanziellen Nutzen bringen könnten, stehen dabei immer im Vordergrund. Bei anderen Finanzierungs- und Kreditinstituten des privatrechtlichen, genossenschaftlichen oder öffentlich-rechtlichen Sektors hingegen werden andere Prioritäten gesetzt. Die Kredite werden bei diesen Unternehmen zumeist nicht an so faire Konditionen, speziell betreffend der Zinsgestaltung, gebunden, dafür müssen Kreditnehmer aber auch nicht nachweisen, dass ihr finanziell zu förderndes Vorhaben dem langfristigen Sinne Deutschlands dient.

Der internationale Förderungsauftrag

Neben nationalen Projekte, Maßnahmen und Unternehmen fördert die Kfw auch diverse internationale Vorhaben. So fördert das Tochterunternehmen der Kfw-Kreditbank, die Kfw IPEX-Bank GmbH, insbesondere die Besteller deutscher Exportunternehmen. Zudem werden internationale Investitionsvorhaben, die dem Interesse des deutschen Staates und der Europäischen Union dienen, besonders großzügig gefördert. Die IPEX-Bank unterliegt dabei, anders als die Kfw-Kreditbank, der Bankenaufsicht und der Steuerpflicht. Die Refinanzierung der IPEX-Bank erfolgt über markgerechte Konditionen.

Auch im Bereich internationale Entwicklungshilfe ist die Kfw sehr aktiv. Auch hier liegt, genau wie im nationalen Bereich, der Fokus klar auf Umwelt- und Klimaschutz. Die finanzielle Hilfe wird dabei direkt an die betroffenen Entwicklungs- und Reformländer transferiert. Für die internationale Entwicklungshilfe unterhält die Kfw-Bank eine eigene Bank, nämlich die Kfw-Entwicklungsbank. Diese Bank ist zuständig für die finanzielle Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen. Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), bei der es sich ebenfalls um ein Tochterunternehmen der Kfw handelt, ist hingegen für den Aufbau privatwirtschaftlicher Strukturen zuständig. Bei der Kfw-Entwicklungsbank handelt es sich betreffend dem Kreditvolumen um das wichtigste deutsche Mittel für den Aufbau und den Erhalt bilateraler Zusammenarbeit. So vergab die Bank im Jahr 2015 rund 6,7 Milliarden Euro im Rahmen der internationalen Entwicklungshilfe. Rund 4,3 Milliarden Euro dieser Summe brachte die Kfw-Entwicklungsbank als Eigenmittel auf dem Finanzierungsmarkt auf.

Besonderheiten der Kfw-Bank

Generell handelt die Kfw stets im öffentlichen und staatlichen Auftrag. Parallel zu unterschiedlichen Förderprogrammen auf nationaler und internationaler Ebene unterstützt das Unternehmen zudem den Bund im Rahmen der Privatisierung von Bundesunternehmen bei Beratungen und Abwicklungen. Auch übernimmt die Kfw das Vetragshandling für die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) und das Management von Entschädigungseinrichtungen der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW).

Des weiteren ist die Kfw auf dem Aktienmarkt aktiv und verwaltet aus den Teilprivatisierungen der Deutschen Post AG und der Deutschen Telekom AG Aktien im Auftrag des Bundes. Betreffend der Deutschen Post AG hat die Kfw beispielsweise im Jahr 2012 Aktien im Wert von 60 Millionen Euro an der Börse platziert, hält dabei aber etwas weniger als 25 % der zur Deutschen Post AG gehörenden Aktienanteile.

Der Privatkundenbereich

Im Gegensatz zu klassischen Bankinstituten bietet die Kfw privaten Bankkunden keine Kundeneinlagen (wie zum Beispiel das Sparbuch oder Girokonten) an. Die Refinanzierung der Kfw-Bank erfolgt fast ausschließlich über den