Gewerbefinanzierung

Gewerbefinanzierung

by KreditJoe
Lesedauer: 10 Minuten

Die Gewerbefinanzierung ist auch unter den Begriffen Gewerbedarlehen und Gewerbekredit bekannt. Diese Finanzierungsform ist zugeschnitten auf die Zielgruppe der Unternehmer, Selbstständigen, Freiberufler und Existenzgründer. Mit dem Darlehen werden alle unternehmerischen Investitionen finanziert, die nicht durch Rücklagen abgedeckt werden können. Die Gewerbefinanzierung greift auch bei vorübergehenden Liquiditätsengpässen. Neuunternehmer, die gerade erst am Markt starten, setzen die Gewerbefinanzierung zur Realisierung ihrer Geschäftsidee ein. Nicht jede Bank bietet diese Form des Kredits an. Anbieter der Gewerbefinanzierung analysieren die wirtschaftliche Situation des kreditsuchenden Unternehmens bis ins Detail. Die Prüfungsverfahren sind umfangreich und weit anspruchsvoller als bei privaten Kreditanträgen.

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Für wen ist die Gewerbefinanzierung geeignet?

Die Gewerbefinanzierung eignet sich für bereits eingesessene Unternehmen und Freiberufler ebenso wie für Existenzgründer. Wer allerdings als Gründer ganz neu am Markt auftritt, muss größere Hürden für eine Finanzierung nehmen und unter anderem durch ein erstklassiges Unternehmenskonzept überzeugen. Ohne ein gewisses Eigenkapital wird die Gewerbefinanzierung dem Neugründer kaum gewährt. Die KFW-Bank vergibt Unternehmenskredite ausschließlich an Unternehmen und Freiberufler, die bereits seit mindestens fünf Jahren am Markt bekannt sind. Für Existenzgründer hat sie spezielle Kreditprogramme aufgelegt.
In der Branche bereits etablierte Unternehmen erreichen über die Gewerbefinanzierung neue Liquidität für die Absicherung bestehender Projekte oder für die Investition in neue betriebliche Vorhaben. Eine Gewerbefinanzierung besteht im Idealfall aus verschiedenen Finanzierungsformen. Welche Kombinationen sinnvoll sind, ist von Fall zu Fall verschieden. Der Unternehmer sollte möglichst wenig Fremdkapital in Anspruch nehmen und neben dem Gewerbedarlehen möglichst alle verfügbaren Förderprogramme kennen und entsprechende Mittel beantragen.

Wichtig: Genügend Eigenkapital

Idealerweise verfügt der Unternehmer oder Freiberufler bereits vor der Kreditbeantragung über ein Eigenkapital von mindestens 20 Prozent. Die zu erwartenden Gewinne aus dem Unternehmen sollten realistisch berechnet werden. Utopische Ertragsaussichten zu erfinden gelten als Selbsttäuschung und sind unseriös. Bilden Eigenkapitalsumme und Konzept des Unternehmens samt Ertragsaussichten ein überzeugendes Gesamtpaket, steht der Gewährung einer Gewerbefinanzierung nichts im Weg.

Wo wird die Gewerbefinanzierung eingesetzt?

Unternehmer, die keine ausreichenden finanziellen Rücklagen bilden konnten, behelfen sich mit der Gewerbefinanzierung. Es sind Investitionen nötig geworden oder es bietet sich eine günstige Gelegenheit der betrieblichen Erweiterung. Ist das Unternehmen dann nicht liquide, springt der Kredit ein. Das Unternehmen ist wieder handlungsfähig und investiert beispielsweise in die Anschaffung von Maschinen und Anlagen, den Kauf von Grundstücken, den Bau neuer Immobilien, die Erweiterung des Fuhrparks oder den Erwerb von Patenten und Lizenzen sowie in die Beteiligung an anderen Unternehmen. Auch eine Umschuldung des Kontokorrentkredits bei der Hausbank kann über ein Gewerbedarlehen erfolgen. Kreditgebende Institute übernehmen über die Gewerbefinanzierung ebenfalls notwendige Auftragsvorfinanzierungen.

Gewerbliche Immobilie finanzieren

Die Vergabe eines Gewerbekredits für den Bau einer gewerblichen Immobilie unterscheidet sich von der Immobilienfinanzierung eines Privatbaus. Der Kreditnehmer muss neben den bankenüblichen Sicherheiten und Belegen zur Finanzsituation auch sein fachliches Wissen belegen. Das geplante Unternehmen muss Erfolgsaussichten für die Zukunft versprechen.
Zu den gewerblich zu nutzenden Immobilien gehören unter anderem Lagerhallen, Produktionsgebäude, Shoppingzentren und Bürohäuser. Die Finanzierung dieser Immobilien wird auch Investorenfinanzierung genannt. Bei der Gewerbefinanzierung werden die Herstellungskosten in der Unternehmensbilanz als Aktiva verbucht. Das zum Bau genutzte Darlehen erscheint in der Bilanz als Passiva. Die Konditionen für eine Gewerbefinanzierung richten sich nach der Rechtsform des Unternehmens. Liegt eine Haftungsbeschränkung vor, wie bei der GmbH oder der Aktiengesellschaft, sind die Hürden für die Bewilligung einer Gewerbefinanzierung entsprechend hoch. Kreditgeber erwarten ausreichende Sicherheiten, um Ausfallrisiken gering zu halten. Die wirtschaftlichen Prognosen für das zu finanzierende Unternehmen müssen möglichst positiv und risikoarm sein. Eine gute Ertragsaussicht sollte durch den Unternehmer dargestellt werden können.
Personengesellschafter und Einzelunternehmer haften mit ihrem Gesamtvermögen. In der Risikobewertung der Kreditinstitute werden sie daher so eingeschätzt wie private Baukreditnehmer.

Mix aus Kredit und Fördergeld

Zu prüfen sind in jedem Fall Kombinationsmöglichkeiten von Krediten mit speziellen Förderprogrammen. Wird in eine neue Produktionshalle investiert, besteht beispielsweise die Möglichkeit, auf dem Dach eine Solaranlage zu installieren. Dafür gibt es Fördermöglichkeiten und besonders gute Konditionen. Der Unternehmer kann bei Ausschöpfung aller Förderoptionen erhebliche Finanzierungskosten einsparen.
Gewerblich genutzte Immobilien sollen vor allem einen hohen Gewinn abwerfen. Bürogebäude, Ladenlokale und Discountmärkte, Lagerhallen und zu vermietende Wohnobjekte haben den Zweck, Rendite zu erwirtschaften. Eine gewinnbringende Nutzung der Immobilie braucht daher eine genaue Vorplanung und ein durchdachtes Erfolgskonzept.

Wer vergibt eine Gewerbefinanzierung?

Wird ein Kredit zur Steigerung der unternehmerischen Liquidität nötig, scheint der Gang zur Hausbank naheliegend. Doch nicht alle Geldinstitute vergeben Kredite zur Gewerbefinanzierung. Nach den 2008 in Kraft getretenen Regularien „Basel III“ müssen Banken unter anderem auf höhere Eigenkaptalrücklagen für Darlehen zurückgreifen können. Um Ausfallrisiken gering zu halten, ermittelt die Bank bei der Bonitätsprüfung komplexe Informationen über das zu finanzierende Unternehmen. Das Ergebnis der Prüfung entscheidet nicht nur über eine Zusage oder Absage der Finanzierung. Es bestimmt auch die Konditionen, zu denen der Kredit gewährt wird. Neben den bekannten Banken und Sparkassen, mit denen der Unternehmer bereits zusammenarbeitet, kommen weitere Kreditgeber infrage. Unabhängige Finanzierungsmakler kennen geeignete Anbieter und können die Chancen einer Kreditanfrage realistisch einschätzen. Sie beraten auch zu den Voraussetzungen einer erfolgreichen Kreditbeantragung.

Überprüfung der Bonität

Die meisten Kreditanbieter erwarten Nachweise über die Jahresumsätze sowie Jahresüberschüsse der letzten betrieblichen Geschäftsjahre. Eine Abfrage der Schufa-Einträge ist in jedem zu prüfenden Fall obligatorisch. Einträge zu Insolvenzen, Pfändungen oder Eidesstattliche Versicherungen können bereits bei einer Vorprüfung zur Ablehnung des Kredits führen. Unter Einbeziehung einer langen Reihe weiterer Bewertungskriterien wird das prüfende Geldinstitut feststellen, ob ausreichend Bonität besteht und ob die Gewerbefinanzierung gewährt werden kann. Jedes Institut und jede Bank hält sich bei der Bonitätsprüfung an interne Richtlinien. Zu diesen Richtlinien gehört eine Prüfung der quantitativen und der qualitativen Faktoren.

Was sind quantitative Faktoren?

Quantitative Faktoren sind harte Faktoren, die sich leicht in Geldwerte übersetzen lassen. Sie beziehen sich unter anderem auf Gewinne, erwirtschaftete Finanzmittel, mögliche schon vorhandene Kreditverpflichtungen, Größe des Betriebes und Zahl der Mitarbeiter. Entscheidend sind die Ergebnisse des Jahresabschlusses. Einbezogen werden in die Auswertung verschiedene Kennzahlen, die Aufschluss über die finanziellen Verhältnisse des Unternehmens geben. Geprüft wird auch, inwieweit das Unternehmen einem Insolvenzrisiko unterliegt. Diese Prüfung erfolgt ebenfalls nach definierten Kennzahlen sowie nach praktischen Erfahrungswerten der Geldinstitute. Insgesamt versetzen die Auswertungen aller Informationen und Kennzahlen die Prüfenden in die Lage, die vergangene Unternehmensleistung zu beurteilen. Gleichzeitig können sie auf Basis der Prüfungsergebnisse eine Prognose für die Zukunft des Unternehmens abgeben.

Welche Kennzahlen sind entscheidend?

 

Kennzahlen Finanzlage und Liquiditätslage

Ob das Unternehmen ausreichend zahlungsfähig ist und wie seine finanzielle Lage insgesamt ist, weisen diese Kennzahlen aus. Von besonderem Interesse ist dabei, inwieweit sich das Unternehmen in einer möglichen Krise aus eigener Kraft helfen kann.

Kennzahlen Ertragslage

Mit den Ertragskennzahlen werden folgende Fragen beantwortet: Wie hoch sind die Erträge in Zukunft? Wie leistungsfähig ist das Unternehmen? Kann das Unternehmen beständig ausreichend Gewinne erwirtschaften und darüber seinen finanziellen Bedarf abdecken? Können Kredite zurückgezahlt werden? Führte bislang eingesetztes Kapital zu wirtschaftlich guten Ergebnissen?

Kennzahlen Vermögenslage

Die Prüfung dieser Kennzahlen differenziert zwischen Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote. Der Grad der Verschuldung, etwa durch weitere Kredite, wird untersucht. Die gesamte Finanzstruktur des Unternehmens steht hier auf dem Prüfstand.

Was sind qualitative Faktoren?

Die qualitativen Faktoren lassen sich nicht unmittelbar in Geldwerte umrechnen. Zu ihnen gehören Unternehmenseigenschaften wie die Stellung am Markt, Qualität der Kundenbetreuung, Nachhaltigkeit in Produktionsprozessen, Personalentwicklung und Vertragsmanagement.
Für die Voranfrage einer Gewerbefinanzierung müssen bereits zahlreiche betriebliche Informationen beigebracht werden. Selbständige müssen also sehr früh Insiderinformationen ihres Unternehmens offenlegen. Die Geldinstitute lassen sich umgekehrt nicht so tief in die Karten schauen. Welche Kennzahlen und Prüfungskriterien im Detail bei welcher Bank entscheidend sind, wird in der Regel nicht mitgeteilt.

Den Finanzmarkt im Auge behalten

Wurde die Gewerbefinanzierung bereits gewährt, bleibt über die gesamte Tilgungsphase eine regelmäßige Kontrolle der Zinssituation am Finanzmarkt sinnvoll. Möglicherweise gibt es inzwischen günstigere Konditionen. Dann kann mit der geldgebenden Bank noch einmal über bessere Modalitäten verhandelt werden. Auch eine Umschuldung ist möglich. Wer hier am Ball bleibt, kann eine raschere Entschuldung seines Unternehmens erreichen und Geld einsparen.

Gewerbefinanzierung für Existenzgründer

Wenn Eigenkapitalmittel des Existenzgründers nicht für die notwendigen Erstinvestitionen ausreichen, kann er von etlichen Förderprogrammen und besonderen Kreditangeboten profitieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KFW genannt, schließt Existenzgründer von der Vergabe eines reinen Unternehmenskredits aus. Sie bietet Neuunternehmern alternativ den auf sie abgestimmten Gründerkredit ERP universell an.
Je nach Gründungsidee benötigt der Neuunternehmer erhebliches Anfangskapital, um Waren einzukaufen, Räumlichkeiten zu mieten und einzurichten, Kautionen zu leisten und Marketingaktionen zu finanzieren. Ein Darlehen über eine Gewerbefinanzierung wird nur unter bestimmten Voraussetzungen zu bekommen sein. Als bestes Erstargument gilt dabei eine ausreichend hohe Eigenkapitalabdeckung. Wer 20 % der benötigten Investitionssumme nachweisen kann, steht im Bankgespräch gut da. Überzeugen müssen ein ausgefeilter Businessplan, ein durchdachtes Finanzierungskonzept und die Präsentation der eigenen Geschäftsidee. Professionalität, solides Fachwissen und Begeisterungsfähigkeit sind dabei gute Helfer. Das neu zu gründende Unternehmen sollte möglichst nicht zu den sogenannten Risikobranchen gehören. Hierunter fallen unter anderem Hotel- und Gaststättenunternehmen sowie Speditionen. Nur wer ausreichende Sicherheiten stellen kann, hat als Vertreter dieser Branchen Chancen auf eine Kreditgewährung. Existenzgründer können den benötigten Kreditrahmen kleiner halten, sofern sie alle ihnen zustehenden Fördermittel und Zuschüsse kennen und in Anspruch nehmen.

Existenzgründung mit dem Gründungszuschuss

Wer vor der Existenzgründung arbeitslos ist, kann einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen. Diese Kann-Leistung richtet sich an Arbeitslose, denen noch ein Arbeitslosengeldanspruch von 150 Tagen zusteht und die sich hauptberuflich selbständig machen möchten. Der Gründungszuschuss beinhaltet in seiner ersten Phase das Arbeitslosengeld zuzüglich 300 Euro Zuschuss zu den Sozialversicherungen. Diese Phase dauert sechs Monate. Anschließend können auf Antrag weitere neun Monate lang die Zuschüsse zur Sozialversicherung bezogen werden. Da es auf diese Leistung keinen Rechtsanspruch gibt, gilt es den zuständigen Sachbearbeiter mit einem fundierten Konzept samt Businessplan zu überzeugen.

Geringes Eigenkapital? Förderprogramme nutzen!

In Deutschland gibt es mehr als 1700 Förderprogramme. Sie bieten Unternehmern und Freiberuflern besonders gute Konditionen durch günstige Zinsen und lang gestreckte Rückzahlungsperioden. Die Förderprogramme beinhalten neben attraktiven Krediten auch Zuschüsse, Bürgschaften und Beteiligungskapital.
Die Fördermittel können in der Regel nicht direkt beantragt werden. Wer zum Beispiel Fördermittel der KFW in Anspruch nehmen möchte, wendet sich nicht an die KFW, sondern an ein Geldinstitut. Für die Gewährung von Fördermitteln gilt das Durchleitungsprinzip. Der Antrag auf Fördermittel läuft demnach über die Bank, die bei Bewilligung das Geld wiederum von der Förderstelle an den Kunden weiterleitet.
Ist eine Gewerbefinanzierung ohne Eigenkapital möglich?
Selbständige ohne Eigenkapital haben kaum Erfolgsaussichten auf der Suche nach einem Gewerbedarlehen. Und selbst wenn sich hier ein Geldgeber finden sollte, so sind die Konditionen besonders schlecht und das Darlehen wird erheblich teurer als ein regulärer Gewerbekredit. In jedem Fall muss der Unternehmer dem Kreditgeber genügend Sicherheiten zur Verfügung stellen. Darunter fallen beispielsweise Maschinen, Fahrzeuge und Warenbestände. Die Eintragung einer Grundschuld zugunsten des Kreditgebers ist bei Immobilienfinanzierungen üblich. Forderungen des Unternehmens an Dritte müssen an den Geldgeber abgetreten werden.

Alternativen zur Hausbank

Viele Geldinstitute gewähren eine Gewerbefinanzierung nur zögerlich oder gar nicht. Treten sie für das Gewerbedarlehen ein, lassen sie sich das vermeintliche Ausfallrisiko mit ungünstigen Zinsen und besonders hohen Sicherheitsstellungen bezahlen. Doch es gibt alternative Möglichkeiten für Unternehmer und Freiberufler.

Bürgschaften der Bürgschaftsbanken

Bürgschaftsbanken sind keine öffentlichen Banken. Sie sind in den einzelnen Bundesländern installiert und arbeiten unter Beteiligung der dort ansässigen Industrie- und Handelskammern, den Wirtschaftsverbänden und Innungen, den Kammern der freien Berufe, sowie Sparkassen, Banken und Versicherungsunternehmen, Rechtlich und wirtschaftlich sind sie unabhängig, obwohl sie durch die Bundesländer und den Bund insgesamt in ihrer Arbeit unterstützt werden. Dem Selbstverständnis der Bürgschaftsbanken entspricht es, dem Mittelstand helfend und unterstützend zur Seite zu stehen.

Mikromezzaninfonds

Spezialisierte Kapitalbeteiligungsgesellschaften vermitteln sogenannte stille Beteiligungen. Über die Mikromezzaninfinanzierung wird dem Unternehmen neues Kapital zur Verfügung gestellt. Es erhöht den Spielraum bei Krediten und verbessert das Rating des Unternehmens. Der Unternehmer bleibt bei dieser Form der Finanzierung in seiner Handlungsfunktion unangetastet. Die Kapitalgeber haben kein Stimmrecht und nehmen keinen Einfluss auf die Alltagsgeschäfte des Unternehmens. Die Mikromezzaninfonds unterstützen Existenzgründer und kleine Unternehmen. Betreibe, die eine soziale Ausrichtung haben oder für den Umweltschutz arbeiten sind ebenso förderungswürdig wie Existenzgründungen nach Arbeitslosigkeit. Unternehmen, die ausbilden, haben ebenfalls gute Chancen.

Darlehen aus Fördermitteln

Unternehmen können Fördermittel aus verschiedenen Töpfen beantragen. Die EU, die Bundesrepublik Deutschland und die einzelnen Bundesländer stellen dazu Geldmittel bereit. Zuschüsse des Staates und aus öffentlichen Institutionen erhalten Unternehmen, die besondere Innovationen verwirklichen wollen. Die Fördermittel unterstützen dabei den Gesamtprozess von der Forschung bis zur Einführung am Markt. Förderbanken wie die KFW gewähren Darlehen zu besonders günstigen Zinskonditionen.

Crowdfunding

Crowdfunding bedeutet übersetzt Schwarmfinanzierung. Bei dieser Art der Finanzierung finden sich viele private Investoren zusammen, die ein bestimmtes Projekt finanziell unterstützen. Besonders bei Existenzgründern ist dies eine beliebte Form, Kapitalgeber zu finden. Dazu muss der Unternehmer zunächst sein Projekt vorstellen. Dazu gehört auch der Nachweis von Sicherheiten, die eine Rückzahlung der gewünschten Crowdfundingsumme garantieren. Ehe es auf der Crowdfunding-Plattform veröffentlicht wird, durchläuft es eine Überprüfung. Investitionsfreudige Crowdmitglieder können aus den vorgestellten Projekten wählen und dann entscheiden, in welche Unternehmung ihr Geld fließen soll. Die Höhe der Kapitalspritze bestimmen sie selbst. Ist die anfangs festgelegte Crowdfundingsumme erreicht, geht sie an den Unternehmer.

Was ist wichtig vor dem ersten Bankgespräch?

 

– Lassen Sie sich von einem Fachmann über die in Frage kommenden Förderprogramme informieren. Im Bankgespräch können Sie dann gezielt nach einzelnen und für Ihr Projekt gut geeigneten Programmen fragen. Da Banken und Finanzmakler an der Vermittlung dieser Fördergelder keinerlei Provisionen verdienen, ist oftmals ein hartnäckiges Nachfragen nötig.

– Fragen Sie vor jedem Termin, welche Unterlagen und Belege Sie zum Gespräch mitbringen sollen. Sorgen Sie dafür, dass alles sorgfältig zusammengetragen und vollständig ist. Machen Sie auch über diese Unterlagen einen professionellen und gut strukturierten Eindruck.

– Listen Sie sämtliche Sicherheiten auf, die Sie dem potentiellen Kreditgeber anbieten können. Bei Unsicherheiten lassen Sie sich beraten, welche Positionen hier in Frage kommen. Unterstützung finden Sie auch auf speziellen Beratungsplattformen im Internet und den angeschlossenen Foren.

– Erstellen Sie einen unumstößlichen Businessplan. Üben Sie vor dem Gespräch, die wesentlichen Inhalte möglichst frei vorzutragen. Prüfen Sie Ihren Plan bereits im Vorfeld auf Punkte, die von Bankseite mit Gegenargumenten kritisiert werden könnten. Finden Sie sachlich fundierte Gegenargumente.

– Vereinbaren Sie Beratungstermine bei verschiedenen Kreditinstituten und gehen Sie nicht davon aus, dass eine Kreditzusage gleich beim ersten Gespräch erfolgen wird.

– Beachten Sie mögliche Fristen, die es insbesondere bei den einzelnen Förderprogrammen einzuhalten gilt. Verpasste Fristen bedeuten Wegfall eingeplanter Geldmittel und können ein vorschnelles Ende des Projekts bedeuten.

– Für Existenzgründer gibt es nicht nur die Gründungsberatung. Ein Gründungsberater kann den Neuunternehmer auch zum Bankgespräch begleiten und ihn dort unterstützen.

– Kalkulieren Sie die die mitunter langen Wartezeiten zwischen Kreditbeantragung und tatsächlicher Geldauszahlung ein. Ein Kredit zur Existenzgründung kann mehrere Monate auf sich warten lassen.

 

Zum Finanzierungsmakler oder zur Hausbank?

Für eine Gewerbefinanzierung benötigt der Unternehmer ein überzeugendes Unternehmenskonzept. Es muss den Finanzierungsbedarf realistisch darstellen. Ebenso realitätsnah müssen die Erfolgsaussichten prognostiziert werden. Der Unternehmer sollte durch seine fachlich versierte Persönlichkeit mit genauer Kenntnis seines Marktes und seiner Branche überzeugen können. Bestenfalls kennt er die unterschiedlichen Formen einer möglichen Gewerbefinanzierung. Er weiß, welche Mischformen von Finanzierung und Förderprogrammen am besten für sein Projekt geeignet sind. Dabei hat er auch den Überblick über die in Frage kommenden Förderprogramme. Erster Ansprechpartner bei Finanzierungswünschen ist für viele Unternehmer die Hausbank. Da nicht jede Bank eine Gewerbefinanzierung anbietet und generell hohe Sicherheitshürden einzuhalten sind, sollte der Selbständige Alternativangebote kennen.
Die komplexen und für den Laien teils unübersichtlichen Angebote und Möglichkeiten, kann ein erfahrener Finanzierungsberater für den Einzelfall analysieren. Er wird ein auf das jeweilige zu finanzierende Projekt zugeschnittenes Gesamtpaket entwickeln. Mit Hilfe eines neutralen Beraters findet der Unternehmer seine optimale Gewerbefinanzierung. Existenzgründer finden Unterstützung und Finanzierungsvermittlung bei besonders geschulten Gründungsberatungen. Gründungsberater kennen sich auch bestens in den Förderprogrammen für Markteinsteiger und Start-Ups aus.

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