Überziehungskredit

Überziehungskredit

by KreditJoe
Lesedauer: 8 Minuten

Viele Personen kennen die Situation: Es wird eine größere Anschaffung wie zum Beispiel der Kauf eines Autos oder Ähnliches getätigt und schon ist das Konto leer. Nun steht kein Geld mehr zur Verfügung und das nächste Monatsgehalt lässt auch noch auf sich warten. Ein Überziehungskredit kann nun eine schnelle Abhilfe versprechen und einen Weg der Lösung genau zum richtigen Zeitpunkt darstellen. Doch was gibt es dabei alles zu beachten und welcher Überziehungskredit von welcher Bank ist nun der beste?

Was verbirgt sich hinter einem Überziehungskredit?

Bei dem Überziehungskredit handelt es sich um einen der simpelsten Arten von Krediten, die es gibt. Außerdem stellt dies wohl auch die am häufigsten genutzte Art eines Kredits dar, doch nur wenige Personen wissen, was sich genau dahinter verbirgt und welche Vorteile sich durch einen Überziehungskredit ergeben. Grundsätzlich stellt diese Form des Kredits eine kontrollierte Überziehung des Bankkontos beziehungsweise des Girokontos dar. Diese tritt in der Regel ein, wenn kein Geld mehr auf dem Girokonto vorhanden ist und dennoch Geld benötigt wird. Beträgt der Kontostand beispielsweise 0 Euro und es wird eine Summe von 100 Euro benötigt, so kann diese trotzdem durch einen Überziehungskredit abgebucht werden. Die 100 Euro entsprechen in diesem Fall dann der Kreditsumme des Überziehungskredits. Von jeder Bank wird außerdem im Voraus der Dispositionsrahmen festgelegt.

In diesem Zusammenhang legt die Bank je nach Art und Verwendungszweck des Girokontos eine maximale Kreditsumme fest. Bis zu dieser kann das Konto überzogen werden beziehungsweise der Überziehungskredit beansprucht werden. Zudem legt jede Bank im Zuge des Überziehungskredits einen Zinssatz fest. In einigen Fällen kann dieser Zinssatz auch je nach Höhe der Kreditsumme höher oder niedriger ausfallen. Die Höhe der Zinsen hängt stets von der Bank ab, welche den Überziehungskredit vergibt. Natürlich hängt die Höhe der Zinsen auch von dem Zeitraum ab, in welchem diese wieder zusammen mit der Kreditsumme an die zuständige Bank zurückgezahlt werden. Im Zuge des Dispositionsrahmens wird auch der maximale Zeitraum festgelegt, in welchem die Kreditsumme inklusive aller Nebenkosten maximal zurückgezahlt werden darf. Wird dieser Zeitraum überschritten, so müssen in der Regel deutlich höhere Zinsen und sonstige Nebenkosten gezahlt werden.

Ein Überziehungskredit lohnt sich generell für Privatpersonen und Privatausgaben. Bestehen zum Beispiel in einem Monat höhere private Ausgaben, so kann dieser Kredit optimal verwendet werden. Dies kann zum Beispiel im Zuge einer anstehenden Reise, welche nun gezahlt oder angezahlt werden muss, der Fall sein. Genauso kann der Kredit zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn größere Anschaffungen vorliegen. Unter anderem kann dies eine Waschmaschine oder sonstige Haushaltsmittel sein. Hier bietet der Überziehungskredit einen optimalen Rahmen, um diese Anschaffungen tätigen zu können.

Ebenso bieten sich auf unternehmerischer Ebene Möglichkeiten für den Einsatz des Überziehungskredits an, denn auch das Geschäftskonto kann je nach Bank überzogen und mit einem Kredit belastet werden. Gerade bei der Anschaffung von Inventar stellt dieser Kredit für Unternehmen eine gute Möglichkeit dar. Ebenso kann der Überziehungskredit teilweise genutzt werden, um vorhandene Schulden inform von anderen Krediten abzuzahlen. Darüber hinaus ergeben sich einige Möglichkeiten für Studenten oder Personen mit einem schwächeren Einkommen. Beispielsweise kann der Überziehungskredit hier zur Finanzierung des Studiums beziehungsweise bestimmter Komponenten des Studiums genutzt werden.

Welche verschiedenen Arten von Überziehungskrediten gibt es?

Es wird unter den Überziehungskrediten grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Arten unterschieden: Dem Dispositionskredit sowie dem Kontokorrentkredit. Bei dem Dispositionskredit handelt es sich um die Art von Überziehungskrediten für Privatpersonen. Diese wird auf Girokonten ausgelegt und sieht eine vertragliche begrenzte Überziehungsmöglichkeit vor. Es gestattet dem Kontoinhaber, auch Transaktionen ohne ein Kontoguthaben vorzunehmen. Diese müssen sich natürlich in dem vorher festgelegten Rahmen befinden. Grundsätzlich stellt ein Dispositionskredit ein Darlehen dar und wird somit als Verbraucherdarlehensvertrag angeführt. Nach dem deutschen Gesetz dürfen neben den Zinsen keine weiteren Kosten für den Überziehungskredit anfallen. Außerdem dürfen die Zinsen nicht in kürzeren Perioden als drei Monaten belastet werden. Jedes Kreditinstitut, bei welchem ein Girokonto mit Überziehungskredit geführt wird, muss den Kontoinhaber zudem über die Höchstgrenze des Darlehens, den aktuell geltenden Jahreszins, die Bedingungen zur Änderung des Zinssatzes sowie alle Regelungen der Vertragsbedingungen unterrichten.

Bei dem Kontokorrentkredit wiederum handelt es sich um den Überziehungskredit für Geschäftskunden. Der Kontokorrentkredit wird also zum Beispiel von Gewerbetreibenden verwendet. Dieser stellt einen Überziehungskredit dar, welcher von dem Kreditinstitut auf das Geschäftskonto beziehungsweise das Girokonto eingeräumt wird. Natürlich ist auch dieser Betrag des Kredits begrenzt, fällt aber je nach Unternehmen und Art des Kontos in der Regel höher aus als bei Privatpersonen. Außerdem soll der Überziehungskredit in diesem Fall in Perioden von Liquiditätsengpässen genutzt werden und jederzeit abrufbar sein, ohne, dass eine Ankündigung gemacht wird. Außerdem wird auf eine jederzeitige Rückzahlbarkeit gesetzt. Das Kreditinstitut ist jederzeit während der aktiven Kreditlaufzeit dazu verpflichtet, dem Kreditteilnehmer das Limit des Kredits vorzuhalten, sodass dieser sich über das Kreditlimit im Klaren ist. Generell wird der Kontokorrentkredit auf einem Bankkontokorrent eingeräumt. Dadurch ist jederzeit auch ein Habensaldo auf dem Konto möglich, ohne dass dabei der Kontokorrentkredit erlischt.

Welche Vorteile ergeben sich durch einen Überziehungskredit?

Es ergeben sich durch den Überziehungskredit viele Vorteile für den Kontoinhaber. So zahlt dieser bei der Überziehung des Kontos nur die Zinsen für den Betrag, welcher überzogen wurde. Außerdem werden die Zinsen auch nur auf den Zeitraum der Überziehung berechnet. Da der Überziehungskredit in der Regel schnell zurückgezahlt wird und meist innerhalb von 2 Monaten zurückgezahlt werden muss, fallen insgesamt geringe Kosten im Verhältnis zu der Kreditsumme an. Darüber hinaus kann ein Überziehungskredit dadurch punkten, dass dieser für jede Person geeignet ist. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Kreditinstitute keine Kreditbesicherung verlangen. Bei normalen Ratenkrediten wird eine Besicherung beispielsweise durch eine Restschuldversicherung oder eine Lebensversicherung garantiert. Da dies bei einem Überziehungskredit nicht der Fall ist, muss der Kontoinhaber nicht eine zusätzliche Versicherung oder Absicherung für das Konto abschließen. Die Kreditinstitute sichern sich in der Regel durch einen kurzen Zeitraum der Rückzahlung der Kreditsumme ab. Außerdem geschieht eine Absicherung seitens der Kreditinstitute durch die Zinsen, welche bei Überziehungskrediten etwas höher ausfallen und teilweise 11 % oder mehr betragen können. Da der Kontoinhaber keine zusätzliche Absicherung inform einer Versicherung vorweisen muss, spart dieser außerdem Kosten.

Ein weiterer wichtiger Vorteil des Überziehungskredits liegt in der simplen Handhabung dieses Kredits. Damit ist vor allem gemeint, wie schnell und unkompliziert der Überziehungskredit beansprucht werden kann. Dies liegt daran, dass der Überziehungskredit schon gleich bei der Kontoeröffnung des Girokontos oder Geschäftskontos abgeschlossen wird. Viele Banken und Kreditinstitute bieten diesen außerdem automatisch an und unterrichten ihre Kunden während der Kontoeröffnung über diesen. Wird der Überziehungskredit nun beansprucht, so muss in der Regel kein neuer Vertragsabschluss oder Ähnliches erfolgen. Die Bank nimmt dies lediglich zur Kenntnis und unterrichtet den Kontoinhaber in den meisten Fällen über die Frist beziehungsweise den Zeitraum der Rückzahlung. Die Zinsen werden bei vielen Kreditinstituten und Banken außerdem automatisch aufgeschlagen und somit wird das jeweilige Konto mit diesen automatisch belastet. Es handelt sich hierbei wohl um einen der Kredite, welcher am schnellsten zur Verfügung steht. Dadurch können zum Beispiel Käufe schnell getätigt werden. Im privaten als auch im geschäftlichen Alltag stellt dies einen enormen Vorteil dar: Ist auf dem Konto aktuell nicht genug Geld vorhanden, so können Güter dennoch erworben werden, welche unter Umständen zeitlich begrenzt sind oder besonders preisgünstig sind.

Darüber hinaus ist die Rückzahlung bei einem Überziehungskredit als vorteilhaft anzusehen. Diese muss zwar in der Regel deutlich schneller geschehen, als bei einem Ratenkredit, allerdings kann diese flexibel vorgenommen werden, solange diese in dem festgelegten Zeitraum der Rückzahlung vorgenommen wird. Dadurch kann sich der Kontoinhaber selbstständig dazu entscheiden, wie die Kreditsumme zurückgezahlt wird. Es kann zum Beispiel eine tägliche Rückzahlung einer jeweils kleinen Summe vorgenommen werden. Genauso kann die Rückzahlung an die Bank oder das Kreditinstitut zum Beispiel in ein oder mehrere Intervalle unterteilt werden. Beispielsweise kann der Kontoinhaber auch eine Rückzahlung der gesamten Kreditsumme auf einmal vornehmen. Durch eine flexible Rückzahlung können wiederum die Kosten gering gehalten werden – zum Beispiel, wenn die Kreditsumme schon nach 1 Woche wieder zurückgezahlt wird. Bei einem Ratenkredit wiederum sind die Kunden zum Beispiel an feste Raten und eine festgelegte Laufzeit gebunden. Diese Laufzeit kann in der Regel auch nicht verkürzt werden.

Welche Voraussetzungen müssen für einen Überziehungskredit erfüllt werden?

Auch, wenn jede Person unter gewissen Umständen in Deutschland ein Girokonto eröffnen kann, bekommt nicht jede Person automatisch von jeder Bank einen Überziehungskredit eingeräumt. Es bestehen deshalb stets bestimmte Voraussetzungen an den Kontoinhaber. Zum einen sollte jeder Antragsteller natürlich eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Ist diese nicht vorhanden, so kann in den meisten Fällen nicht ohne Weiteres ein Girokonto in Deutschland eröffnet werden. Dazu muss sich der Wohnsitz in vielen Fällen auch in Deutschland befinden. Es handelt sich dabei zumindest um den Hauptwohnsitz. Wird ein Bankkonto inform eines Girokontos oder Geschäftskontos mit einem Überziehungskredit eröffnet, so dürfen außerdem keine negativen Schufa-Einträge vorliegen. Die zuständige Bank beziehungsweise das zuständige Kreditinstitut führt in der Regel immer eine Schufa-Abfrage durch. Fällt diese negativ aus, so kann das Girokonto natürlich trotzdem eröffnet werden, allerdings wird der Überziehungskredit dann nicht erteilt.

Zudem sollten alle Verbindlichkeiten überschaubar sein. Daher kann es auch vorkommen, dass Banken oder Kreditinstitute keine Überziehungskredite einräumen, wenn ein Kontoinhaber hohe regelmäßige Kosten aufweist. Überschreiten die monatlichen Verbindlichkeiten gar die Einkünfte des Kontoinhabers, so wird ein Überziehungskredit nicht erteilt. Die zuständigen Banken und Kreditinstitute sichern sich dadurch ab. Für einen Überziehungskredit muss ebenfalls ein regelmäßiges monatliches Einkommen vorhanden sein. Ist dieses nicht vorhanden, so besteht für die zuständigen Banken oder Kreditinstitute ebenfalls keine Absicherung. Es reichen in der Regel allerdings schon geringe monatliche Einkommen. So wird auch ein Student mit einem Nebenjob kein Problem damit haben, einen Überziehungskredit zu erhalten. Die Kreditsumme, welche maximal beansprucht werden kann, berechnet sich in der Regel bei Privatkunden durch die Summe von drei Monatsgehältern. Dadurch haben einkommensstarke Kontoinhaber natürlich einen Anspruch auf einen höheren Kreditrahmen. Dies ist lediglich als